Auswanderung jüdischer Bürger im 19. Jahrhundert und zu Beginn
des 20. Jahrhunderts in die USA
(Auszüge aus: Die Jüdischen Gemeinden in Baden, W. Kohlhammer-Verlag 1968
Die Juden in Deutschland, Könemann-Verlag 1997
Artikel aus der FAZ: 'Auf dem Zwischendeck zu neuen Ufern, 10.5.2000)

In den Jahren nach 1848 begann bei den Juden eine Auswanderung in
größerem Ausmaß. Am Beispiel des Ortes Neidenstein
ist die Abnahme der jüdischen Bevölkerung besonders eindrucksvoll zu sehen.
Der Hamburger Hafen als Tor nach Amerika spielte eine wichtige
Rolle. "Die Hapag, 1847 gegründet, baute mit anderen Hamburger
Reedereien in Deutschland und den Nachbarländern Agenturen auf, die
Auswanderungswilligen den Weg nach Hamburg ebenen sollten. Wegen
der Progrome gegen Juden in Osteuropa, in Russland, Galizien oder
Rumänien, wanderten bis 1914 mehr als eine Million von ihnen über
Hamburg nach Amerika aus.
Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Verhältnisse auf den Segelschiffen,
mit denen die Auswanderer zu dem gelobten Kontinent fuhren, katastrophal. Hin und wieder überlebten ein Fünftel von ihnen die Überfahrt auf den überfüllten Zwischendecks ohne ausreichende
Verpflegung und ärztliche Versorgung nicht." - FAZ

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"Auch die Baracken für sie in Hamburg - etwa neben dem Amerika-Kai-
waren schlecht ausgestattet, Krankheiten breiteten sich aus, bei der
Cholera-Epidemie von 1892 kamen auch viele Hamburger ums
Leben. Angeblich war die Krankheit von russischen Emigranten
eingeschleppt worden. -Ursache der Katastrophe war wohl eher der
Geiz der herrschenden Hamburger, den eigenen Bürgern eine
zeitgemäße hygienische Versorgung zu ermöglichen." - FAZ

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In einer Baracke am Amerika-Kai