"Der Verlauf des Heimattages am 3., 4. und 5. September 1927"
Verfasser Alfred Konrad.

Auszug aus einem Artikel des Verfassers in  der Waibstadter Zeitung vom 7.9.1927

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"Die Übergabe des Weilschen Mausoleums."

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Einweihung des Mausoleums 1927. In der Mitte Hermann weil im Rollstuhl.
"Mitten im Mühlbergwald unter den Wipfeln der Buchen und
Eichen erhebt sich in unmittelbarer Nähe des Israelitischen Friedhofs
für Waibstadt und Umgebung ein von Herr Dr. Hermann -
Frankfurt a. Main erbautes Grabdenkmal. Der erst kürzlich fertig
gewordene, ganz in Muschelkalk ausgeführte Monumentalbau
besteht aus einem großen ungedeckten Vorhof in Rechtecksform zu
dem eine Freitreppe emporführt. Im Hintergrund des Vorhofes führt
eine zweite Freitreppe zu einem den Vorhof überragenden Rundbau
mit Kuppel. Dieser Kuppelbau, innen mit kostbarem braunen Marmor
bekleidet und  von einem wundervoll getönten Sternhimmel überwölkt,
soll als Grabstätte für Herrn Dr. Weil nebst Familie dienen. Das
Ganze ist ein architektonisches Kunstwerk, das für alle Zeiten eine
Sehenswürdigkeit bildet.

Der Erbauer hat sich somit in kultureller Hinsicht um Allgemeinheit
verdient gemacht und ist zugleich zum Wohltäter unserer durch die
Erstellung einer bequemen Zugangsstraße zum herrlichen
Mühlberwegwald. Es war daher ein guter Gedanke, die Übergabe des
Weilschen Mausoleums in den Schutz der Stadtgemeinde mit
dem Heimattag zu verbinden.

Zur Übergabefeier hatte sich am Samstag nachmittags um 3 Uhr
eingefunden:  Herr Dr. Weil mit Angehörigen und Freunden, der
Stadtrat, das Komitee des Heimattages, die Herren Stadtpfarrer
Kreuzer und Altbürgermeister Wacker. Auch zahlreiche einheimische
und auswärtige Waibstadterwohnten der Feier bei. Der
Übergabeakt wurde eingeleitet mit einem schönen Chorgesang des
Gesangvereins Sängerkranz. Herr Dr. Weil selbst, ein sympathischer
Herr Ende der 50iger, hielt im Vorhofe vom Krankenstuhl aus die
Übergabeansprache.

In schlichten Worten legte er die Gründe dar, die ihn zur Erstellung
des Grabdenkmals in Waibstadt bewogen haben (im naheliegenden
Friedhof befindet sich das Elterngrab). Herr Dr. Weil gab ferner eine
freimütige Erklärung dafür, warum das Mausoleum  seinen Standplatz
außerhalb des Israelitischen Friedhofs gefunden hat. Der Redner
schloss mit der Bitte an Herrn Bürgermeister, das Denkmal in die
Obhut der Stadt zu nehmen und es gegen Beschädigung und
Besudelung allzeit zu schützen. Gegen die Benützung des Vorhofes
bei schönen Anlässen hat der Erbauer nichts einzuwenden.

Herr Bürgermeister Spiegel erwiderte mit herzlichen Dankesworten
für dass der Stadtgemeinde entgegengebrachte Wohlwollen wie
Vertrauen und versprach dem Wunsche des Erbauers nachzukommen.
Auch Herr Stadtpfarrer Kreuzer gab die Zusage, das Grabdenkmal
schon aus Pietätgründen seinerseits zu schützen. Mit einem schönen
Liede des Arbeitergesangsvereins Konkordia und einem darauf
folgendem Choral des Musikvereins Waibstadt wurde die
eindrucksvolle Feier geschlossen."