Besuch von Paul Niedermann an der Realschule Waibstadt

Herr Paul Niedermann besuchte die Realschule Waibstadt am Dienstag,
den 8 April 2003. Herr Niedermann ist einer der noch wenigen am Leben gebliebenen badischen Juden, die 1940 in das Konzentrationslager Gurs deportiert wurden. Er lebte  zu diesem  Zeitpunkt als 14jähriger Jugendlicher in Karlsruhe. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder kam er in das Konzentrationslager Gurs, das ehemals spanischen Bürgerkriegsflüchtlingen zur Verfügung gestanden hatte. Durch das französische Kinderhilfswerk (OES) kam er in ein anderes Lager in der Nähe von Marseilles. Seine Eltern konnte er nicht mehr lebend wieder sehen, sie wurden in Konzentrationslagern ermordet. Die Trennung von seinen Eltern hat den beiden Brüdern das Leben gerettet.

Der jüngere Bruder von Paul Niedermann hatte die Gelegenheit, da er noch nicht 14 Jahre alt war, mit einem Kinderttransport zu seiner Tante in die USA gebracht zu werden. Auf diese Weise war der jugendliche Paul Niedermann ganz auf sich gestellt.

Er berichtete von weiteren bedrohlichen Situationen seines Lebens.

Zuhörerinnen waren Schülerinnen und Schüler der 6. und 10. Klasse. In der 6. Klasse wurde zur Zeit des Vortrages ein Jugendbuch zur Ausgrenzung und Verfolgung der Jüdinnen und Juden im 3. Reich gelesen. Während der Vorbereitung im Unterricht hatten sich viele Fragen ergeben, die die Schüler Herrn Niedermann stellen konnten. Die Schülerinnen der 10. Klassen hatten durch den Geschichtsunterricht und den Besuch des Konzentrationslagers Natzweiler-Strutthof bereits einen anderen Zugang zu dem Vorgetragenen. Durch die beeindruckende Persönlichkeit von Paul Niedermann war sein Besuch für die Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Zugang zur Geschichte überhaupt sowie zur Geschichte der Region.