Eine Heldin inmitten von Leid und Elend:
Oberschwester Pauline Maier aus Baiertal.
(entnommen aus: Wilhelm Bauer, Sinsheimer Hefte: die ehemalige jüdische Gemeinde von Sinsheim)

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"Zu den großen jüdischen Frauen unseres Landes gehört die
Oberschwester Pauline Maier. Sie wurde am 21. Oktober 1877 in
Baiertal Kr. Heidelberg geboren und war seit Abschluß ihrer Ausbildung,
die sie am Jüdischen Krankhaus in Berlin erhielt, im Jahr 1913 am
Jüdischen Krankenhaus in Mannheim tätig. Während des Ersten Weltkrieges leistete sie als Schwester Dienst in Feldlazaretten und in
Verwundetenzügen. 1922 übernahm sie die Verwaltung des Jüdischen
Krankenhauses in Mannheim, 1935 auch noch die Leistung des dortigen
Jüdischen Altersheimes. Am 22. Oktober 1940 setzte sie bei der Gestapo,
die ihr befohlen hatte, auf ihrem Posten in Mannheim zu bleiben, durch,
daß sie Ihre Pfleglinge nach Gurs begleiten durfte. In Gurs organisierte sie
unter den denkbar schwierigen Verhältnissen einen Krankenpflegedienst,
richtete zusammen mit ihren Mannheimern Schwestern die Krankenhaus-
baracken ein und stand den Ärzten zur Seite. Im Winter 1942/43 schloß
sie sich wiederum freiwillig - der Lagerkommadant wollte sie in Gurs
behalten - dem Deportationstransport nach Auschwitz an. Seitdem ist sie
verschollen."