Tod in Gurs

Am 22. Oktober 1940 wurden in einer überraschend durchgeführten
Abschiebeaktion ca. 6500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in
den damals unbesetzten Teil Frankreichs (Vichy-Frankreich) deportiert.
Sie kamen ins Lager Gurs, das sich in   Südfrankreich im Vorland der
Pyrenäen befand.
Etwa 60 % der Deportierten hatten bereits das 60. Lebensjahr
überschritten. Viele von ihnen starben an Entkräftung und
Krankheit. Ganze Epidemien von Infektionskrankheiten wie Ruhr,
Hirnhautentzündung oder Tuberkulose rafften auch viele Jüngere dahin.

Das ist die Bilanz von Gurs:
1168 Menschen starben im Lager,
491 gelang die Flucht in die Schweiz, nach Spanien oder andere Länder.
777 überlebten in Frankreich.
2028 wurden von Frankreich aus nach Auschwitz und Lublin-Majdanek
verschleppt.
Davon kamen 2015 um und nur 13 überlebten.
71,3 % der Deportierten vom 22. Oktober 1940 haben entweder in
Frankreich oder im Osten ihr Leben durch nationalsozialistische Gewalt
eingebüßt.