74915 Waibstadt
Quellen:
 (1) Joachim Hahn: Erinnerungen und Zeugnisse
jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg,Konrad Theis Verlag Stuttgart, 1988
(2) Archivunterlagen
(3) Franz Hundsnurscher u. Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden,
W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1968, Seite 281f
(4) Weitere Informationen erhielten wir von Frau Silvia Glück,
Buenos Aires. Wir danken ihr für diese Hilfe.
(5) Peter Beisel: Juden im Kraichgau, Referat

Eine Dokumentation zur Familie Glück - siehe Link weiter unten

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Die erste Nachricht über eine Niederlassung von Juden geht auf das Jahr 1337 zurück.
1845  bis 1847 wurde Synagoge eingerichtet.  Sie wurde bis 1937 genutzt. Standort Schloßstr./Abgang Lammstr.)
1938 wurde das Gebäude verkauft. 1977 abgebrochen.
Im Mühlbergwald besteht ein jüdischer Verbandsfriedhof, der bereits seit ca. Mitte des 17. Jahrhunderts besteht. (ältester bekannter Grabstein)

Jokob Bloch veröffentlichte ein Gräberverzeichnis (mit Nachtrag bis 1936).
Seitlich des Friedhofs ließ Dr. Hermann Weil (aus Steinsfurt stammend) 1924 ein Mausoleum errichten. 1927 wurde Weil hier beigesetzt. 1938 - 1940 wurde das Mausoleum schwer beschädigt.

Ehemalige jüdische Bürger vor 1933: (soweit bekannt)
Familie Bär (entnommen aus einem Bild 1906)
Familie Jakobi (entommen aus einem Bild 1906)
Händler Bernhard Bodenheimer (Leopoldstr. 20)
Kleinvieh- u. Fellhandlung Isaak Bodenheimer (Pfarrstr. 7)
Händler Karl Bodenheimer (Helmstadter Str. 2)
Textilgeschäft Karl Glück (Langestr. 13)
Schneidergeschäft Max Glück (Langestr. 3)
Viehhandlung Albert Kahn (Langestr. 36)
Arztpraxis Dr. Zürndorfer (Hauptstr. 25
Sally Glück (bis 1929)
Paul Glück, (bis 1915/1920)
Erna Nachmann bis (1915/1918?)
Hermann Nachmann (bis 1915/1918?)
Lilly Nachmann (bis 1915/1918?)


Im Jahre 1933 lebten nach einer Volkszählung in Waibstadt acht
jüdische Bürger:

Alfred Kahn
Else Kahn
Hilda Waldbaum
Isac Bodenheimer
Sara Glück
Berta Glück
Lina Glück (bis 1929 in Waibstadt)
Lotte Glück, bis 1929 in Waibstadt)
 geb. Febr. 1905 in Waibstadt, gestorben am 21.05.1988 in Buenos Aires. 
(siehe weitere Dokumentation zur Familie Glück)

Nach 1933 zogen drei weitere jüdische Bürger zu:
Hermann Bär
Jette Bär
Aron Kahn, genannt Albert

Von den 13 jüdischen Bürgern, die zwischen 1933 und 1939 in Waibstadt 
polizeilich gemeldet waren, starben 3 (x1) in Deutschland, 4 (x2) wanderten nach
Argentinien, 1 nach Holland aus (x3). Die übrigen 5(x4) wurden am 22. Oktober 1940
nach Gurs transportiert. Zu diesen fünf Personen gehörten auch Sara Glück (auch als
Klara bezeichnet), geborene Wertheimer und ihre Tochter Berta Glück (sie wurde
Bertel genannt).
Von den nach Gurs deportierten konnten zwei Personen  nach Argentinien entkommen.
Sara Glück starb im Lager Gurs, die anderen beiden (x)
kamen wahrscheinlich in Auschwitz um(x5)." (aus 'Die jüdischen Gemeinden...' , S 280

(x1) Es war dies MAX GLUCK, KARL GLUCK und....?(Auskunft Silvia Glück)
(x2) SALLY GLUCK, LOTTE GLUCK, LINA GLUCK (Auskunft Silvia Glück)
(x3) EIN JACOBI und  PAUL GLUCK (Auskunft Silvia Glück)
(x4) Aron KAHN,  BERTA und  SARA Glück (Auskunft Silvia Glück) sowie Helene Simon und Hilda Waldbaum (siehe P: Beisel)
(x5)  Berta Glück kam in  Auschwitz um. (Auskunft Silvia Glück)

 

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