74906 Bad Rappenau-Wollenberg

(aus:  Joachim Hahn: Erinnerungen und Zeugnisse
jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg,Konrad Theis Verlag Stuttgart, 1988)

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Die jüdischen Familien wohnten bis in das 19.Jahrhundert
hinein in dem herrschaftlichen "Judenhaus". Es lag mitten im Dorf Hier war auch die Judenschule untergebracht. 1885 wurde eine neue Synagoge in der heutigen Deinhardstr. 19 erbaut. Sie wurde 1938 zerstört und 1965 abgebrochen.
Auf dem Grundstück Deinhardstr. 57 befand sich ein rituelles Bad. Der dazugehörige tiefe Brunnen wurde zugeschüttet.
Die Toten wurden seit 1743 in Waibstadt beigesetzt, zuvor in Heinsheim.

Es besteht ein Gräberverzeichnis (mit Nachtrag bis 1936)
Ehemalige jüdische Bürger:
Viehhandlung Kahn
(Wohnhaus Deinhardstr. 50)
Textilgeschäft Salomon Kahn und Eisenwarengeschäft  (Deinhardstr. 15, abgebrochen)
Schuhcreme-Handel Ferdinand Löhmann 
(Am Kirchberg 4)
Viehhandlung Karl Mayer und Sohn Juske Mayer
(Deinhardstr. 4)
Kurzwarenhandlung Julius Steinberg 
(Deinhardstr. 27)
Die jüdische Gemeinde Wollenberg bestand bis 1938. Die Entstehung geht ins 16./17. Jahrhundert zurück. Die höchste Zahl jüdischer Bürger wurde 1841 mit 156 Personen erreicht. Mindestens 13 Personen kamen in der Verfolgungszeit 1933 - 1945 um.

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